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Die technische Seite der Welt

Die Bundesbank und Bitcoins

2015-03-20

Die Bundesbank und Bitcoins - Was taugen digitale Währungen?

Was taugen digitale Währungen?

Die Bundesbank findet es lohnt sich, sich mit dem Thema digitale Währungen auseinanderzusetzen. Hierzu informiert Sie im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Forum Bundesbank” jeden interessierten Besucher. Nach der Veranstaltung in Berlin war ein Termin in München angekündigt. Eine Gelegenheit für mich, als interessierter Bitcoiner und Wahlmünchner, sich anzuhören, was der Fachmann Dirk Schrade, seines Zeichens Ständiger Vertreter des Zentralbereichsleiters Zahlungsverkehr und Abwicklungssysteme bei der Deutschen Bundesbank, zu diesem spannenden Thema zu sagen hat.

Nachdem alle Besucher den rückwärtigen Eingang gefunden und ihre Plätze eingenommen hatten gab es zunächst eine kurze Einleitung zum Thema. Es wurde kurz erklärt, daß es unter anderem die Aufgabe der Bundesbank und des Euros sei, für stabile Preise und Vertrauen in unsere Währung als Tauschmittel zu sorgen. Ausserdem sind Scheine und Münzen immer noch das beliebteste Zahlungsmittel der Deutschen und Digitale Währungen seien noch mit vielen Fragezeichen versehen.

Wer kennt Bitcoin?

Um etwas Licht in die dunkle Welt der virtuellen Währungen zu bringen übernahm dann der Referent Dirk Schrade das Wort. Zunächst stellte er zwei Fragen an das Publikum: „Wer kennt Bitcoin?“ und „Wer hat Bitcoin?“. Ich habe zwar nicht genau darauf geachtet wie viele Leute sich jeweils gemeldet haben, hatte jedoch den Eindruck, daß es mehr waren als auch der Referent erwartet hätte. Wunderbar, ein schön gemischtes Publikum, was sicherlich nicht der üblichen Zusammensetzung bei solchen Veranstaltungen entspricht.

Dann wurde erläutert, daß virtuelle Währungen durchaus kontrovers sind. Während die einen sie als neue Gelegenheit und Innovation sehen, sehen andere sie als heiße Luft und Zahlungsmittel für Betrüger und sonstige Kriminelle. Zudem basieren die meisten der bisherigen Innovationen im Zahlungsverkehr auf klassischen Währungen und Systemen (z.B. Kreditkarten). Und der Bitcoin ist, im Vergleich zum Euro, mit seiner im Umlauf befindlichen Geldmenge, ein Nischenprodukt. Da stellt sich nun die Frage, warum eigentlich Bitcoin? Als zentrale Punkte wurden hier folgende aufgeführt:

  • Neue Möglichkeiten
  • Keine staatliche Kontrolle und Anonymität
  • Weltweiter schneller Zahlungsverkehr

Und dann stellt sich noch die Frage, wie definieren sich virtuelle Währungen bzw. was oder wie sind sie. Dies wurde mit folgenden Punkten beantwortet:

  • Keine Zentralbank
  • Muß nicht an eine bestehende Währung gekoppelt sein
  • Ist elektronisch
  • Nur virtuell, keine Gegenständlichkeit

Obwohl es ein kontroverses Thema ist, soll man digitale Währungen nicht als illegal oder als Schneeballsystem abtun. Ganz im Gegenteil, man soll sich damit beschäftigen.

Jetzt folgte ein Überblick über virtuelle Währungen. Laut unserem Referenten gibt es über 500 davon, tatsächlich sind es bereits aber über 1000. Relevant davon seinen aber nur die ersten drei, nämlich Bitcoin, Ripple und Litecoin. Die wichtigste Währung sei der Bitcoin. Und was auch immer man gegen virtuelle Währungen sagt, das technische Konzept dahinter sei genial. An dieser Stelle muß ich anmerken, daß ich eine solche Aussage von seitens der Bundesbank nicht erwartet hätte. Auch schön fand ich den Satz bei der Erklärung was virtuelle Währungen sind: „Und das schöne daran ist, es ist halbwegs anonym“.

In der Theorie kompliziert, aber für den Nutzer einfach.

Nun folgte der Versuch zu erklären, wie das ganze eigentlich funktioniert. Auch wenn ich die Erklärungen sehr gut fand bin ich mit sicher, daß das nicht wirklich jeder der Anwesenden verstanden hat. Kryprographie ist eben kein Thema, daß man jedem ohne Vorwissen in fünf Minuten erklären kann. Ich denke, das war die schwerste Kost des ganzen Vortrages. Es wurden alle wesentlichen Punkte erwähnt:

  • Bitcoins sind eigentlich Schlüssel in einem assymmetrischen Verschlüsselungsverfahren
  • Wie die Schlüssel ausgetauscht werden
  • Alle Transaktionen in der Blockchain einsehbar
  • Transaktion werden durch ein dezentrales Netzwerk kontrolliert
  • Funktion der Miner

Um die ganze Thematik etwas verständlicher dazustellen kam nun etwas was mich wirklich überrascht hat. Der Referent hat live eine Bitcoin-Überweisung mit Electrum und Blockchain.info-Wallet gezeigt. Hier war zu sehen, daß eine solche Transaktion in sekundenschnelle passiert ist und das auch noch weltweit. Es wurde auch erwähnt, daß man die 10 Minuten, in der die Transaktion in einen Block aufgenommen wird, abwarten sollte. Dabei wurde auch die Darstellung der BTC-Adresse als Zeichenkette und QR-Code gezeigt. Die Quintessenz der Sache: „In der Theorie kompliziert, aber für den Nutzer einfach.“

Nach den Erläuterungen zu den Sendern, Empfängern und Minern wurden nun noch die weiteren Beteiligten im Bitcoin-Eco-System erwähnt. Dies sind die Börsen und auch Banken (z.B. die Fidor-Bank). Und das Händler in der Regel die erhaltenen Bitcoins umgehend in bestehende Währungen umtauschen.

Sind virtuelle Währungen Geld?

Nachdem nun alle Besucher einen Eindruck davon bekommen haben, was virtuelle Währungen sind und wie sie funktionieren kommt die wirklich interessante Frage „Sind virtuelle Währungen Geld?“. Hierzu wurden die drei Grundfunktionen von Geld, nämlich Zahlungsmittel, Wertaufbewahrungsmittel und Recheneinheit betrachtet.

Zunächst wurde klargestellt, daß virtuelle Währungen keine Währungen im rechtlichem Sinne sind, da sie nicht staatlich sind und in keinem Land der Welt als gesetzliches Zahlungsmittel anerkannt sind. Damit sind virtuelle Währungen auch keine Devisen.

Das Thema Recheneinheit war schnell abgehakt. Da ja immer in anerkannten Währungen (z.B. US-Dollar, Euro) gerechnet wird sind virtuelle Währungen keine eigenständige Recheneinheit. Schmunzeln musste ich bei der Aussage, daß auch Bitcoiner immer in US-Dollar oder Euro rechnen. Na ja, für mich ist ein Bitcoin erstmal ein Bitcoin. Also, als Recheneinheit taugen virtuelle Währungen angeblich schon mal nicht.

Dann kam die Funktion als Wertspeicher. Hierzu wurde ein Chart des Kursverlaufs vom 01.01.2013 bis 01.03.2015 gezeigt (der natürlich auch den Höhenflug auf USD 1000 und den Absturz nach der Mt.Gox-Pleite beihaltet hat). Daraus wurde abgeleitet, daß der Bitcoin keine stabile Wertentwicklung zeigt und sich nicht als Wertanlage eignet, bestenfalls als Spekulationsmittel. Zudem käme eine ungleiche Verteilung hinzu, also das wenige Leute viele der Bitcoins besitzen. Dann haben die Chinesen mit 66% auch noch den größten Anteil am Bitcoin-Markt. An der Stelle hab ich Gemurmel aus dem Publikum aufgeschnappt, daß das garnicht sein könne, denn der Bitcoin sei in China ja verboten. Das Thema wurde in der anschließenden Fragerunde geklärt. Dann käme noch hinzu, das große Investoren viel Wagninskapital in den Bitcoin hineinpumpen, was wiederum zu hohen Kurschwankungen führen kann. Auch der Presse-Hype um den Bitcoin fördere die hohe Volatilität. Als Wertaufbewahrungsmittel sind virtuelle Währungen also auch nicht geeignet.

Jetzt folgte die Nutzung als Zahlungsmittel. Hierzu wurde die Anzahl der Bitcoin-Transaktion pro Tag mit denen von Kreditkarten und PayPal verglichen. In diesem Vergleich spiele der Bitcoin keine wesentliche Rolle als Transaktionsmittel. Zudem sei die Akzeptanz weltweit gering und auch bei großen Unternehmen dürfte der Anteil an BTCs als Zahlungsmittel vergleichsweise gering sein. Tja, als Zahlungsmittel scheinen virtuelle Währungen keine Rolle zu spielen.

Jetzt fällt mir auf, das mir eigentlich garnicht klar wurde, ob virtuelle Währungen nun Geld sind oder nicht. Nach den Ausführungen der Bundesbank zu Folge wohl eher nicht.

Risiko!

Als nächstes kam nun das Thema welche Risiken Bitcoins haben. Da es keine Einlagensicherung (wie bei Banken) gibt, könnten Anbieter ja einfach mit den Bitcoins abhauen und der Besitzer erleidet einen Totalverlust. Als Beispiel wurde hier Drogenhandelsplatform SilkRoad aufgeführt. Bei den Ausführungen, das man dort Maschinengewehre und Auftragskiller bestellen konnte, war das das Publikum sichtlich amüsiert. Ausserdem gäbe es keine Geldwäschekontrolle wie bei Bargeld.

Der Rat an die Banken laute daher, keine Geschäfte mit Bicoins zu tätigen. Der Bitcoin ist in Deutschland als Finanz-Instrument eingestuft, das bedeutet, das die Nutzung erlaubt ist aber der Handel und andere Geschäfte ggfs. erlaubnispflichtig sind.

Zahlungsverkehr der Zukunft?

Und weiter zum nächsten Thema: Ist die dezentrale Technologie der Zahlungsverkehr der Zukunft?

Der Vorteil im internationalen Zahlungsverkehr von Bitcoins sei unbestreitbar. Es sei jedoch unpraktisch, wenn der Empfänger zum Beispiel lieber US-Dollar haben möchte. An dieser Stelle könnten Systeme wie Ripple zum Zuge kommen. Ausserdem koste BTC-Mining ja sehr viel Geld. Und die Miner behalten derzeit ja 10 US-Dollar pro Transaktion.

Zu den letzten beiden Punkten muß zwei Kleinigkeiten anmerken. Zum einen skaliert das Mining-System automatisch, das was derzeit an Strom für Bitcoin-Mining verbraucht wird ist für den Betrieb einer virtuellen Währung keinesfalls notwendig. Zum anderen habe ich keinen Schimmer wo die 10 US-Dollar herkommen sollen. Selbst wenn ich die schon lange nicht mehr übliche hohe Transaktionsgebühr von 0,0001 BTC zu Grunde lege komme ich maximal auf 3 US-Cent.

Als nächstes wurde bemängelt, daß die Anzahl von Bitcoins begrenzt ist. Ein modernes Geldwirtschaftssystem könne solche starren Regeln nicht gebrauchen. Die eingebaute Deflation beim Bitcoin wird hier ganz klar als Nachteil gesehen. Nun, ob die modernen flexiblen Geldwirtschaftssysteme, die bei Bedarf einfach die Notenpresse anwerfen, soviel besser sind, darüber lässt sich meiner Meinung nach trefflich streiten.

Ich habe alles in allem den Eindruck gewonnen, das gerade die dezentralität ohne zentrale Ausgabestelle bei virtuellen Währungen nicht erwünscht ist. Eine von einer Zentralbank gesteuerte digitale Währung auf Basis der bestehenden Technologie und ohne Obergrenze der verfügbaren Einheiten kann man sich aber anscheinend vorstellen. Sowohl die Bank of England als auch Wissenschaftler in den USA beschäftigen sich bereits mit der Idee einer staatlichen virtuellen Währung.

Heute seien Bitcoins zwar ein Nischenphänomen, das man belächeln kann. Alles in allem sei die Zukunft aber ungewiss. Virtuelle Währungen seien jedoch ein interessanter Ansatz, man wird sehen wie es sich entwickelt.

Fragerunde

Aus der anschliessenden Fragerunde habe ich zwei Fragen herausgesucht, die hier erwähnt werden sollten.

Die eine war die Frage, nach dem Verbot von Bitcoins in China. Hier wurde klargestellt, daß in China nur den Banken der Handel mit Bitcoins verboten wurde. Der Bitcoin an sich oder die Bitcoin-Börsen sind weiterhin erlaubt.

Die andere Frage war, wie Bitcoins eigentlich unterlegt sind (wie z.B. früher Währungen mit Gold). Die Antwort war, was auch vollkommen korrekt ist, mit garnichts. Hinter Bitcoins stehen keine „echten“ Werte. Daraufhin kam die Frage: „So wie bei normalen Geld auch?“. Diese wurde damit beantwortet, das hinter dem Euro ja der vertrauensvolle Herausgeber EZB stehe. Ich musste doch sehr schmunzeln.

Mein Fazit

Schlussendlich kommen wir zu meinem Fazit zu dieser Veranstaltung. Als erstes muß ich sagen, das der Referent Dirk Schrade sich offensichtlich ausgiebig mit der Thematik befasst hat und diese auch sehr gut an ein breites Publikum vermittelt hat. Auch die gestellten Fragen wurden sehr komptetent beantwortet. Sicherlich waren noch kleinere Fehler und Unstimmigkeiten im Vortrag, aber hier ging es ja nicht um jedes Detail von virtuellen Währungen sondern um die Erklärung von virtuellen Währungen und deren Betrachtung aus Sicht der Bundesbank. Alles in allem war ich von dieser Veranstaltung positiv überrascht.

Ich stimme zu, daß in dieser Hinsicht eine spannende Zukunft vor uns liegt und daß virtuelle Währungen im Zahlungsverkehr viele Innovationen gebracht haben. Viel spannender finde ich noch, wie in Zukunft bestehende Geldsysteme mit virtuellen Währungen koexistieren werden. Denn offensichtlich gibt es von Seiten der althergebrachten Banken doch einige Kritikpunke, die Verfechter der virtuellen Währungen eher als Vorteile sehen. Wie bereits am Anfang des Vortrags erwähnt, das Thema kann sehr kontrovers sein und wird es sicher auch einige Zeit sein. Eine Meinung zu den Standpunkten und Aussagen der Bundesbank darf sich der geneigte Leser daher gerne selbst bilden.

Dies waren nun meine Eindrücke von der Bundesbank-Veranstaltung Bitcoins & Co – Was taugen digitale Währungen? am 19.03.2015 in München.

Useless use of cat(1)

2014-12-26

Useless use of cat(1)

In der Usenet-Gruppe comp.unix.shell wurde vor vielen Jahren useless use of cat(1) veröffentlicht. Dabei geht es um die unnötige Verwendung des Unix-Befehls cat. Hier findet ihr meine deutsche Übersetzung dieses Artikels. Die dazu überlieferte Weisheit lautet:

„Der Zweck von cat ist, Dateien zu verketten. Wenn es nur eine Datei ist, dann ist sie mit nichts zu verketten nur eine Zeitverschwendung und kostet Dich einen Prozeß.“ – Randal L. Schwartz.

Das folgende Beispiel liest die Inhalte einer Datei doppelt, einmal mit cat und dann nochmal mit dem zweiten Programm:

$ cat file | wc -l

Dieser unnütze cat kann mit einer der folgenden Methoden vermieden werden:

$ wc -l < file
$ wc -l file

wc akzeptiert die Datei sowohl als Argument als auch über STDIN. Welche Methode hier am besten ist, hängt von der Aufgabenstellung ab. So ist zum Beispiel eine seltene, aber nützliche, Anwendung von cat, die Zeilen von mehreren Dateien zu zählen:

$ wc -l /etc/passwd
17 /etc/passwd
$ cat /etc/passwd /etc/group | wc -l
48

Die unnütze cat file | Syntax mag reizvoll erscheinen, wenn andere Kommandos nach der Pipe verwendet werden. Wie auch immer, Shells erlauben es, die Datei vor dem Kommando einzulesen, und wieder ist der unnütze cat vermeidbar:

$ <file grep foo
$ <file grep bar

Die redirect-before-command-Syntax funktioniert nicht vor while-Schleifen in den sh und bash Shells (dafür aber bei der zsh). In Shells, in denen diese Syntax nicht funktioniert, muß die Umleitung nach dem while-Statement erfolgen. Das ist einer der Gründe, warum manche Leute die zsh gegenüber anderen Bourne-Shell-Derivaten vorziehen:

$ echo foo > file

$ <file while read l; do echo $l; done
while: not found

bash-2.05a$ <file while read l; do echo $l; done
bash: syntax error near unexpected token `do'

zsh-4.0.4$ <file while read l; do echo $l; done
foo

Zurück zum Thema mit der unnützen Verwendung von cat, eine while read-Schleife kann anstatt von cat verwendet werden, wenn in der Shell Schleifen ausgeführt werden. Außerdem kann eine while read-Schleife insofern erweitert werden, um zusätzliche Parameter einzulesen.

$ for i in `cat input`; do echo $i; done
a
b
c
$ while read i; do echo $i; done < input
a
b
c
$ (echo a b; echo c d) | \
while read one two; do echo $two $one; done
b a
d c

Trezor: Wie man Bitcoins versteckt

2014-12-01

TREZOR TOP SECRET

Heute beschäftige ich mich mal mit einer fortgeschrittenen Funktion des Trezors. Nämlich mit der Möglichkeit, mehrere Passwörter für einen Trezor zu vergeben und damit die sichtbaren Bitcoins vom eingegebenem Passwort abhängig zu machen.

Nun, was soll das ganze? Einige von euch kennen vielleicht das „fünf Dollar Schraubenschlüsselproblem“:

$5 wrench problem

(Bild: Randall Munroe xkcd.com. Lizenz: Creative Commons Attribution license)

Das bedeutet ganz einfach, daß einem das beste Passwort nichts nützt, wenn es irgendeine Methode gibt, dieses einem zu entlocken. Indem man mehrere Passwörter benutzt kann man sogenannte versteckte Bereiche anlegen. Je nach eingegebenem Passwort wird nur der zugehörige Bereich sichtbar. Ein potentieller Angreifer kann nie wissen, wieviel Passwörter und Verstecke es gibt. Auf diese Art kann man unerwünschte Zugriffe auf eigene Daten erfolgreich vermeiden. Und diese Art des Schutzes funktioniert auch mit dem Trezor.

Wie das geht, daß zeige ich euch nun beispielhaft mit dem myTREZOR-Online-Wallet. Zunächst eines vorweg, die fortgeschrittenen Einstellungen können nur vorgenommen werden, wenn der Trezor neu ist oder zurückgesetzt wurde. Nachträglich ist es nicht möglich, den Passwortschutz zu aktivieren, ausser eben man setzt das Gerät zurück.

Da sicherlich einige auf den Passwortschutz bei der ersten Einrichtung verzichtet haben, beschreibe ich zunächstmal das Zurücksetzten des Trezors. Ersteinmal habe ich alle meine Bitcoins auf mein Bitcoin-Core-Wallet transferiert. Das ist notwendig, da jedes Passwort ein neues Wallet generiert. Seinen Recovery-Seed sollte man daher in jedem Fall bereit halten, bevor man die nächsten Schritte ausführt, denn damit kann man im Zweifelsfall sein altes Wallet wieder herstellen!

Als erstes blenden wir auf der Hauptseite die erweiterten Details ein:

Trezor Wipe Step 1

Dort wählen wir nun die Funktion Gerät zurücksetzen (Wipe Device):

Trezor Wipe Step 2

Nachdem wir den Vorgang auf dem Trezor bestätigt haben werden wir gefragt, ob wir das alte Gerät vergessen wollen. Ja, das wollen wir. Nun können wir die Einrichtung von neuem starten. Also wie gehabt einen Namen für das Gerät vergeben, und dieses mal die fortgeschrittenen Einstellungen (Advanced Settings) aufklappen. Dort können wir nun den Passwort-Schutz aktivieren, indem wir bestätigen, daß wir des Lesens mächtig sind und Experten sind:

Trezor Wipe Step 3

Nun müssen wir eine neue PIN vergeben und uns den neuen Recovery-Seed notieren. Anschließend werden wir nach einem neuen Passwort gefragt, daß wir eingeben und bestätigen müssen:

Trezor Set Passphrase Step 1

Jetzt ist unser Trezor mit Passwortschutz fertig eingerichtet und kann verwendet werden:

Trezor Set Passphrase Step 2

Jetzt kommen wir zum eigentlich interessanten Teil der Sache, nämlich einem weiteren Passwort und damit zu einem komplett neuem Wallet. Dazu stecken wir unseren Trezor aus und sagen, daß das Gerät vergessen werden soll (Forget Device). Wenn wir nun unseren Trezor wieder einstecken, werden wir nach einem Passwort gefragt. Hier geben wir ein vollkommen neues Passwort ein. Gucken wir mal, was dort für eine Bitcoin-Adresse angezeigt wird:

Trezor Add Address #1

Jetzt machen wir das Spiel nochmal, ausstecken, vergessen und wieder einstecken. Nur diesmal geben wir das Passwort ein, daß wir bei der Einrichtung verwendet haben. Und siehe da, eine andere Adresse:

Trezor Add Address #2

Damit sind wir am Ziel, je nach Passwort werden unterschiedliche Wallets angezeigt. Und wenn jemand ein ungültiges Passwort eingibt, dann landet er bei einem frischen und komplett leeren neuen Wallet.

Jetzt testen wir noch, ob das auch zuverlässig funktioniert. Dazu schicken wir unterschiedliche Beträge an die beiden Adressen, loggen uns mit den jeweiligen Passwörtern ein und schauen uns danach den Kontostand an. Also gut, 0,01 BTC an 1NJSKxfi5eb37CAAChJnFaptRmp6sWUGXa und 0,02 BTC an 1MYi7UThdwFozjx5EhDAB6k8qACGGtmf6E. Und siehe da, je nach eingegebenem Passwort erscheinen unterschiedliche Kontostände und Adressen.

Passwort #1:

Trezor Balance Address #1

Passwort #2:

Trezor Balance Address #2

Voilà! Zwei Passwörter, zwei Wallets und zwei unterschiedliche Kontostände. Das streng geheime Schattenkonto wurde eröffnet!

Wenn euch der Artikel gefallen hat und ihr euch nun auch einen Trezor zulegen wollt, dann wäre es nett, wenn ihr meinen Ref-Link für den Kauf verwendet: BuyTrezor.

TREZOR, der Bitcoin-Safe

2014-11-30

TREZOR, der Bitcoin-Safe

Review: Die erste Bitcoin-Hardware-Wallet

Der Vollständigkeit halber, hier ein Link zum meinem ersten Artikel zum Thema Bitcoin bei BitcoinBlog.de:

TREZOR, der Bitcoin-Safe

Viren? Keylogger, Betrüger, Hacker? Wenn es nach dem Unternehmen SatoshiLabs geht, müssen sich Bitcoin-Besitzer künftig nicht mehr wegen dieser Plagegeister des Internets im Bett herum wälzen, sondern können beruhigt schlafen, da ihre Bitcoins sicher sind. Die Firma verkauft seit Anfang August in ihrem Online-Shop ein Hardware-Wallet namens Trezor. Das Gerät soll nicht zu hacken sein und einfach zu bedienen. Gute Gründe, sich dieses kleine Wunderding mal näher anzusehen.

Weiterlesen bei BitcoinBlog.de…

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